Warum Schuhmacher?

 Warum soll ich das Schuhmacherhandwerk erlernen?
 
 
Berechtigte Frage und leichter zu beantworten als geglaubt: 


Der Schuhmacher steht schon lange nicht mehr in der Art von Tradition wie ihn so manch verklärte Berichte einiger Medien noch gerne sehen. Wir haben uns den Neuerungen des Marktes und somit auch den Ansprüchen der Konsumenten angepasst. Gleichzeitig haben wir, durch eine Abänderung des Ausbildungsrahmenplanes für die Ausbildung und einer Anpassung des Rahmenlehrplanes für die Berufsschule erreicht, dass unser Berufsbild moderner dasteht als zuvor.

Das anfertigen handgemachter Schuhe nach Kundenwünschen sowie die Bereiche der orthopädischen-Schuhzurichtungen und der Schuhreparatur sind die Hauptstandbeine unseres Berufes. Sie ermöglichen nicht nur ein interessantes Betätigungsfeld sondern auch schließlich eine gute Alternative für die Zukunft gemessen an den Ausbildungs- und Arbeitssituationen in so manch anderen Berufen.

 

 

Auf einen Blick: 14 gute Gründe

  • dass es in diesem Beruf ständig wechselnde Betätigungsfelder gibt
  • dass die eigene Kreativität gefordert wird 
  • dass man für seine Arbeit und nicht für reine Äußerlichkeiten bewertet wird 
  • dass es darum geht nachhaltig, also zukunftsorientiert, zu arbeiten
  • dass man mit den Kunden und ihren ständig wechselnden Ansprüchen umgeht 
  • dass man täglich Verantwortung für seine Arbeit übernimmt 
  • dass man die Möglichkeit hat in einem Beruf zu arbeiten, in dem gleichzeitig alte Traditionen und modernste Materialien zum Einsatz kommen 
  • dass man in und durch seine Arbeit direkte Anerkennung der Kunden bekommt 
  • dass man die Möglichkeit hat mit einem der tollsten und vielseitigsten Naturprodukte zu arbeiten, nämlich Leder 
  • dass man nicht wie in vielen spezialisierten Berufsbildern damit rechnen muss in Kurzarbeit gehen zu müssen oder sogar seinen Arbeitsplatz zu verlieren, denn aufgrund der vielen Bereiche sind wir flexibler
  • dass man mit den orthopädischen-Schuhzurichtungen in einen Bereich geführt wird, welcher mit sehr viel Verantwortung versehen ist
  • dass man seine Arbeit selber gestalten kann
  • dass man in Verbindung mit den Kundenwünschen absolute Unikate anfertigen kann
  • dass man die Möglichkeit hat, sein eigener Chef zu werden.

 

 

Zukunftschancen

Gibt es für mich eigentlich eine Zukunft in diesem Beruf?
 
Eine oft gestellte Frage die sicher ihre Berechtigung hat. Wir Schuhmacher haben, wie andere Handwerksbereiche auch, landauf und landab ein großes Problem. Wir haben einen hohen Altersdurchschnitt. Das bedeutet gleichzeitig, dass uns der Nachwuchs fehlt, und dass vor allem auch bei einer anstehenden Betriebsweiterführung nach dem die Kolleginnen oder Kollegen in den verdienten Ruhestand gehen werden.  

 

 

Handwerk wieder stark im Trend

Handgemachte Schuhe oder gar Maßschuhe – wieder stark im Trend

Ein handgemachter Schuh oder ein Maßschuh ist im Sinne seines Trägers kein Luxusartikel. Die verwendeten Komponenten machen ihn zu einem langlebeigen Gebrauchsgegenstand.

Vergleicht man den Anschaffungspreis und die Lebensdauer bzw. Haltbarkeit mit der Tatsache wie viele Paar Schuhe man sich in der Lebensdauer eines solchen Paar handgemachten Schuhes angeschafft hätte, relativiert sich das ganze schon wieder.

Und eines ist vielen von unseren Kolleginnen und Kollegen durch das Verbraucherverhalten bewusst geworden:

Der Qualitätsanspruch und somit die Bereitschaft sich besseres Schuhwerk anfertigen zu lassen oder  zu kaufen ist in den letzten Jahren gut gestiegen. Wer dann im Besitz eines solchen ist, lässt sie dann natürlich auch reparieren. Im Übrigen ist das Tragen von handgemachten Schuhen kein Privileg der sogenannten „Oberklasse“. Kunden für solche Produkte werden immer mehr und man findet sie in fast allen Gesellschaftsschichten.

 

 

 

Alltag des Schuhmachers

Der Berufliche Alltag:

Was ich sagen will ist folgendes: Seit euch darüber im Klaren, dass es wie überall so auch bei uns einen beruflichen Alltag gibt vor dem keiner die Augen verschließen kann. Doch wer sich für diesen Beruf entschieden hat, hat den Vorteil, dass er sich seine betriebliche Aussgangssituation selber schaffen kann. Das diese „Pole Position“ in den meisten Fällen eine gewisse wohnortmäßige Flexibilität erfordert, muss einem da schon bewusst sein.

Ich kann euch aus meiner eigenen Erfahrung berichten, dass so etwas für die eine oder den anderen meiner Auszubildenden am Anfang manchmal nicht so einfach war, doch die überwiegende Mehrzahl (bei mir immerhin 26 von 30) hat diesen Schritt nicht bereut. Eine, wie ich finde, gar nicht so schlechte Quote (was nicht nur mit mir, sondern überwiegend mit dem Beruf zu tun hat). Also, wer noch Fragen hat sollte sie in erster Linie einem Meister oder einer Meisterin in seiner näheren Umgebung stellen. Ein persönliches Gespräch ist allemal besser als ein Kontakt per Email oder Telefon. 


Solltet ihr nach dem durchlesen der von mir angegebenen Seiten dann wirkliches Interesse haben, diesen Beruf kennen zu lernen, freut mich das jetzt schon. Ich werde noch in der nächsten Zeit weitere Berichte über unseren Beruf verfassen und in die Internetseite der Schuhmacherinnung München/Oberbayern einstellen lassen.

Bis dahin,

Euer Ralf Wagner