Nachhaltigkeit: Abfall vermeiden

Ein ökologisches Problem

Jährlich werden in Deutschland rund 400 Millionen Paar Schuhe weggeworfen. Rechnet man für einen Schuh ein Gewicht von ca. 500g, so ergibt das Schätzungsweise ein Gewicht von 400.000 Tonnen Abfall.
10%= 40 Mio. Paar Schuhe wurden einmal repariert, 90%=360 Mio. Paar wurden weggeworfen.

Wir sind der Meinung: Das ist zuviel Abfall

Industriell gefertigte Schuhe stellen eine besondere Problematik auf dem Müllsektor dar, wobei man wieder unterscheiden müsste, in welchen Ländern die Schuhe gefertigt wurden. Denn sie bestehen aus so vielschichtigen Materialien und Bestandteilen wie z.B. Farben, Fette Metalle, Chrom aus der Gerbung , PCP zur Konservierung von Rohhäuten sowie den unterschiedlichsten Kunststoffen , deren Zusammenwirken  bei der Deponierung oder Verbrennung noch kaum geklärt sind. Genauso wenig weiß man über die Mengen der Chemischen Produkte die hier anfallen, oder die Umweltbelastung die durch Schwermetalle im Fäulnis bzw. Verbrennungsprozess entstehen.

 

Alt-Schuhsammlung auch keine Lösung

Auch die Schuhsammelaktion und Schuhrecycling ist nicht die Lösung des Problems, so kritisierte vor einiger Zeit das Umweltzentrum Bielefeld.

Ein Schild wie "Ihre alten Schuhe helfen der Umwelt" ist irreführend.
Dies zeigen zwei Aspekte:
Zwar ist gut wenn möglichst wenig Schuhe weggeworfen werden . Doch noch wichtiger ist es, den vom Modetrend diktierten Konsum einzuschränken. Solche Sammelaktionen beruhigen nur das Gewissen.

Es darf aber auch die Umweltbelastung durch Produktion und Wiederverwertung nicht vergessen werden. Schon beim Einkauf muss man an die Langlebigkeit eines Produktes denken.

 

Aus Schuhe werden Straßen

Ein weiterer kritische Aspekt ist die Verwendung der zermahlenen Schuhe im Straßenbau . Diese Verwertung ist keine Alternative zur Mülldeponie, sondern eine unkontrollierte Deponierung im Erdreich.

Nehmen wir als Beispiel  PCP heraus:
Schuhe deutscher Hersteller werden regelmäßig auf PCP untersucht. Der in Deutschland zulässige Wert
von 5mg/kg entspricht einem für die Gesundheit ungefährlichen Restwert. Die anderen europäischen Länder und vor allem asiatische Billiglohnländer, in denen Schuhe gefertigt werden, dürfen einen 200fach höheren PCP Wert haben.
Wie man sieht, bewerten Wissenschaftler und Politiker sehr unterschiedlich, was uns und unserer Umwelt zugemutet werden kann.

Müllvermeidung beginnt im Kopf - Entscheiden Sie selbst

Wir Schuhmachermeister sind der Meinung Müllvermeidung beginnt im Kopf, indem man sich überlegt warum Abfall anfällt. Kaufen wir nun bewusster unser Schuhwerk, so ließe sich erheblich Hausmüll einsparen, denn dort landen die meisten Schuhe.
Wir sollten deshalb unser Augenmerk beim Schuhkauf nicht nur auf das äußere Erscheinungsbild und den Preis, sondern besonders auf seine Materialien und Passgenauigkeit legen.
Durch Fachgerechte Schuhreparatur lässt sich die Lebensdauer der Schuhe wesentlich erhöhen. Dies bringt die Vorteile, das der etwas teuere durch die längere Lebensdauer billiger wird und das sich der Schuhabfall alleine dadurch halbieren ließe. Wir kaufen die Waren unseren täglichen Gebrauchs ja auch umweltbewusst, vermeiden Plastiktüten, achten auf den grünen Punkt etc.

Also achten wir nun auch beim Schuhkauf auf unsere Umwelt. Unsere Kinder werden es uns einmal danken.